Bei der Auswahl des ersten Grundstückes, achtet man als angehender Käufer in erster Linie auf die Grundstückgröße, die Lage und den Preis. Dabei werden die Bodenbeschaffenheit oder Altlasten nur selten beachtet. Wie Sie sich vor einem bösen Erwachen schützen können, soll Ihnen nachfolgend näher erläutert werden.
Bodenbeschaffentheit bestimmt Gebäudearten und Bauformen
Es gibt die unterschiedlichsten Böden, das Spektrum reicht von Sandboden bis zu hartem Lehmboden, Fels oder Grundwasser. Natürlich wirkt sich die Beschaffenheit des Bodens auf Ihr Bauvorhaben und die zu kalkulierenden Gründungsarbeiten aus. Unter Umständen können der Bodengrund und dessen Eigenschaften die Realisierung bestimmter Gebäudearten erschweren oder gar unmöglich machen. Bei weichem Boden besteht bspw. die Gefahr des Absackens, bei Grundwasser die Gefahr von feuchten Kellern sofern Sie diesen planen. Bei der Bodenbeschaffenheit handelt es sich allerdings um ein Thema, das Bauherren nur innerhalb eines gewissen Rahmens berücksichtigen können. Wer in bestimmten Regionen baut, kann davon ausgehen das er bei jedem Bauplatz die gleichen Bodeneigenschaften vorfindet. Auskünfte über die Bodenklassen erhalten Sie oftmals bei der zuständigen Baubehörde.
Bei Altlasten ist es jedoch was anders. Hierunter versteht man bedenkliche Rückstände und Spuren (sogenannte Kontaminationen), die auf eine frühere Nutzung (ehemalige Firmengrundstücke, Kippen oder Kriegsrückstände um nur einige Beispiele zu nennen) zurückzuführen sind. Bei Rückständen kann es sich um harmlose Materialien (bspw. Grundmauern) oder auch ernsthafte Gefahren (wie giftige, chemische Rückstände) handeln. Auf Grundstücken die zuvor gewerblich genutzt wurden, findet man in den meisten Fällen gesundheitsbedenkliche Altlasten. Bevor eine Baufreigabe vom zuständigen Bauamt erteilt wird, wird bei einer Altlastverdachtsfläche der Baugrund gründlich überprüft. Ob solche Verdachtsflächen bestehen, erfahren Sie ebenfalls bei der kommunalen Behörde z.B. beim Altlastenverdachtskataster. Endgültige Zweifel lassen sich durch eine Baugrunduntersuchung ausräumen. Je nach Anzahl der Bodenproben kann das u. U. einige Tausend € kosten aber auch viel sparen. Lassen Sie sich von einem Experten beraten, fragen Sie mögliche Nachbarn welcher Baugrund in der Nachbarschaft vorlag, fragen Sie beim Amt nach der zu erwartenden Bodenklasse in dem Baugebiet.
Wir möchten Ihnen zu guter Letzt noch folgendes raten. Für den Fall, dass Ihnen ein kontaminiertes Grundstück angeboten wird und es sich hierbei um gesundheitsbedenkliche Altlasten handeln, so ist es ratsam, von einem Kauf abzusehen. Die Kosten einer Bodenreinigung sind üblicherweise so hoch, dass selbst das schönste und bestgelegenste Grundstück seine Attraktivität verliert. Auch hier helfen Ihnen die richtigen Experten gerne weiter.
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